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GA1 und GA2 Training: Die Ausdauer-Intensitätsbereiche im Überblick

4 Min5 Quellen
Veröffentlicht am 12. Juni 2026

Was die Intensitätsbereiche REKOM, GA1, GA2, EB/WSA und SB bedeuten, wie sie mit den körperlichen Schwellen zusammenhängen und wie man sie steuert. Eine Übersicht mit wissenschaftlichen Quellen.

Ausdauertraining: die GA-/Intensitätsbereiche Bereich Intensität (Richtwert, % HFmax) Wahrnehmung Hauptwirkung & Zweck REKOM Regeneration < 60 % sehr locker, mühelos aktive Erholung, Durchblutung fördern GA1 Grundlagen 1 ca. 60–75 % locker; Reden gut möglich aerobe Basis, Fettstoffwechsel, Kapillaren & Mitochondrien GA2 Grundlagen 2 ca. 75–85 % zügig; Reden in kurzen Sätzen aerobe Kapazität, Tempohärte EB / WSA Entwicklung ca. 85–95 % hart; an der Schwelle Schwellenleistung, Laktat- toleranz, wettkampfnah SB Spitze ca. 90–100 % sehr hart; kaum Reden VO2max, Spitzen- / anaerobe Leistung Eigene, schematische Darstellung. Die %-HFmax-Werte sind grobe RICHTWERTE und schwanken je nach Quelle, Sportart und Person um mehrere Prozentpunkte (z. B. GA1 je nach Lehrbuch ca. 55–75 %). Maßgeblich sind die aerobe und die anaerobe Schwelle; eine individuelle Einteilung erfordert eine Leistungsdiagnostik.

Eigene, schematische Übersicht der Intensitätsbereiche. Prozentwerte sind grobe Richtwerte (siehe Hinweis).

Richtwerte mit Schwankungsbreite: Die Prozentangaben sind grobe Orientierungswerte. Je nach Lehrbuch, Sportart und Person verschieben sich die Grenzen um mehrere Prozentpunkte – GA1 wird etwa mal mit 60–70 %, mal mit 60–75 % oder 55–75 % der maximalen Herzfrequenz angegeben. Einen einzigen, allgemeingültigen Wertesatz gibt es nicht. Verlässlich werden die Bereiche erst, wenn sie über die körperlichen Schwellen bestimmt werden (Leistungsdiagnostik mit Laktat- oder Atemgasmessung). Die %-HFmax-Angaben dienen daher nur der groben Orientierung.

1. Warum in Intensitätsbereichen trainieren?

Ausdauertraining wirkt unterschiedlich, je nachdem wie intensiv man unterwegs ist. Lockere Einheiten fördern andere Anpassungen als harte. Damit man gezielt das Richtige trainiert und Belastung sinnvoll dosiert, teilt man die Intensität in Bereiche ein. Im deutschsprachigen Raum sind das die GA-Stufen: REKOM, GA1, GA2, EB bzw. WSA und SB (siehe Grafik oben). Sie sind kein Selbstzweck, sondern ein Werkzeug, um Trainingsreize planbar und wiederholbar zu machen.

2. Die Bereiche im Überblick

3. Aerobe und anaerobe Schwelle: Die biologische Orientierung im Drei-Zonen-Modell

Die Bereiche lassen sich am robustesten über zwei körperliche Schwellen ordnen. Die aerobe Schwelle markiert den Übergang von sehr lockerer zu moderater Belastung; darunter liegen REKOM und GA1. Die anaerobe Schwelle (auch Laktatschwelle) ist die höchste Intensität, die sich längere Zeit gerade noch im Gleichgewicht halten lässt; um sie herum liegt EB/WSA. Darüber, im Bereich der VO2max, liegt SB.

International wird dies oft als Drei-Zonen-Modell beschrieben: Zone 1 unter der ersten Schwelle, Zone 2 zwischen den Schwellen, Zone 3 darüber. Die GA-Stufen sind also eine feinere Aufteilung desselben Prinzips: GA1 entspricht grob Zone 1, GA2 der Zone 2, EB/WSA und SB der Zone 3.

4. Wie man die Bereiche steuert

5. Intensitätsverteilung: Was ist polarisiertes Training (80/20-Regel)?

Eine zentrale Frage ist die Verteilung der Intensität über die Woche. Beobachtungen an Ausdauersportlern und mehrere Studien deuten darauf hin, dass ein großer Anteil lockerer Einheiten (GA1) kombiniert mit gezielten harten Reizen besonders wirksam ist – bekannt als polarisiertes Training, oft mit einer groben Faustregel von rund 80 % niedriger und 20 % hoher Intensität. Daneben gibt es das pyramidale Modell (viel GA1, etwas GA2, wenig Spitze) und das Schwellenmodell (Schwerpunkt um die Schwelle).

Welche Verteilung optimal ist, hängt von Sportart, Trainingsumfang und Leistungsstand ab; die Übergänge sind fließend. Eine robuste Grundidee für die meisten lautet aber: viel Grundlage, und intensive Reize gezielt und dosiert setzen – passend zu den Prinzipien aus Trainingsreiz und Trainingsanpassung.

Weiterlesen: Trainingsreiz und Trainingsanpassung.

Wissenschaftliche Quellen

Die Inhalte dieses Beitrags wurden auf Grundlage aktueller wissenschaftlicher Fachliteratur und Veröffentlichungen erstellt und in zusammengefasster Form zur allgemeinen Wissensvermittlung aufbereitet.

Zur Vertiefung des Themas sowie zur eigenständigen Auseinandersetzung mit dem aktuellen Forschungsstand werden die nachfolgenden wissenschaftlichen Quellen empfohlen. Die Inhalte dieses Beitrags stellen eine eigenständige Darstellung und Zusammenfassung der darin behandelten Erkenntnisse dar.

Gehört zum Kernbereich: Bewegung & Training

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Mag. Christian Schober
Mag. Christian Schober
Sportwissenschaft & Redaktion

Keine Gesundheitsberatung: Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche, oder sportärztliche Beratung. Bei Beschwerden, Vorerkrankungen oder gesundheitlichen Fragen ist eine ärztliche Abklärung ratsam.