Magnesium-Bisglycinat: Was steckt dahinter?
- Bisglycinat ist ein Chelat: Magnesium an zwei Glycin-Moleküle gebunden.
- Diese Bindung schützt es im Magen und macht es oft magenfreundlicher – ein Teil wird intakt aufgenommen.
- Für Gesunde ohne Mangel ist der praktische Vorteil gegenüber anderen gut aufgenommenen Formen meist klein.
Bisglycinat (auch Bis- oder Diglycinat) gilt als besonders gut verträglich – und ist deshalb bei empfindlichem Magen beliebt. Was steckt hinter dem Namen?
Was Bisglycinat ist
Bisglycinat ist ein sogenanntes Chelat: Das Magnesium-Ion ist an zwei Moleküle der Aminosäure Glycin gebunden (daher "+Q+"Bis"+Qc+" bzw. "+Q+"Di"+Qc+"). Diese Struktur schützt das Magnesium davor, im Magen mit anderen Stoffen zu reagieren oder vorzeitig zu zerfallen. Ein Teil wird dadurch im Dünndarm intakt aufgenommen – über einen Weg, der sonst für kleine Eiweißbausteine genutzt wird. Glycin selbst ist eine körpereigene Aminosäure, was zur guten Verträglichkeit beiträgt.
Der Unterschied zu Oxid und Citrat
Oxid (anorganisch) enthält viel Magnesium pro Tablette, davon kommt aber vergleichsweise wenig im Körper an, und in höheren Dosen wirkt es leicht abführend. Citrat (organisch) wird gut aufgenommen, kann bei höheren Mengen aber ebenfalls den Darm anregen. Bisglycinat punktet vor allem bei der Verträglichkeit: Es ist weitgehend unabhängig von der Magensäure und gilt als magenschonend. Ein Nachteil: Wegen des Glycin-Anteils steckt weniger Magnesium pro Gramm drin – für die gleiche Elementarmenge braucht es also etwas mehr Substanz.
Für wen es sinnvoll ist
Bisglycinat lohnt sich vor allem, wenn dein Magen empfindlich reagiert, andere Formen bei dir abführend wirken oder deine Magensäure reduziert ist. Ehrlich eingeordnet: Für gesunde Menschen ohne Mangel ist der Unterschied zwischen den gut aufgenommenen Formen im Alltag meist gering – wichtiger sind die Gesamtzufuhr, die Verträglichkeit und die Regelmäßigkeit. Bei nachgewiesenem Mangel oder Beschwerden klärt eine ärztliche Einschätzung, was für dich passt.
Pardo M. R., Vilar E. G. et al. (2021): Bioavailability of magnesium food supplements – A systematic review. Nutrition 89:111294 – ScienceDirect
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